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Was bedeutet Abregelung bei der PV-Eigenversorgung?

Stromfee Redaktion · 5. Juli 2026
Was bedeutet Abregelung bei der PV-Eigenversorgung?
Technik & Blindleistung — Stromfee (KI-Bild)

Abregelung heißt: deine PV-Anlage darf gerade nicht die volle Leistung ins Netz geben — sie wird begrenzt oder auf null gefahren. Für die Eigenversorgung ist entscheidend, ob nur die Einspeisung am Netzanschlusspunkt begrenzt wird oder die Anlage komplett steht.

Abregelung in einem Satz

Abregelung (englisch: Curtailment) bedeutet, dass die Wirkleistung deiner Anlage nach unten begrenzt wird, obwohl die Sonne mehr hergeben würde. Der Strom, der dadurch nicht erzeugt wird, heißt Ausfallarbeit — er taucht in Abrechnungen in MWh auf. Ausgelöst wird die Begrenzung entweder vom Netzbetreiber, vom Direktvermarkter oder von einer fest eingestellten Grenze in deinem Wechselrichter.

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Was passiert mit deinem Eigenverbrauch?

In den meisten Fällen: nichts. Wird die Einspeisung am Netzverknüpfungspunkt begrenzt, regelt der Wechselrichter nur so weit herunter, wie über den Netzanschluss hinausgeht — was du im Haus oder Betrieb selbst verbrauchst, läuft weiter. Anders ist es, wenn die Anlage per Fernsteuerung ganz auf null gefahren wird oder der Wechselrichter komplett abschaltet: dann fehlt dir auch der Eigenstrom, und du beziehst in dieser Zeit aus dem Netz. Prüfe deshalb, welche Art von Begrenzung bei dir eingestellt ist — das steht in der Wechselrichter-Konfiguration und in der Netzanschlusszusage.

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Drei Gründe, warum abgeregelt wird

Erstens netzbedingt: Der Netzbetreiber fordert im Redispatch 2.0 eine Reduzierung, weil das Netz die Leistung nicht aufnehmen kann. Zweitens marktbedingt: Bei negativen Börsenpreisen lässt ein Direktvermarkter die Anlage herunterfahren, weil Einspeisen dann Geld kostet statt bringt. Drittens anlagenbedingt: eine dauerhaft im Wechselrichter hinterlegte Einspeisegrenze am Netzanschlusspunkt. Die drei Fälle werden völlig unterschiedlich abgerechnet — verwechsle sie nicht.

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Negative Preise und §51 EEG: warum Eigenverbrauch hier stark ist

Nach §51 EEG in der Fassung des Solarspitzengesetzes entfällt die EEG-Vergütung bei negativem Börsenpreis ab der ersten betroffenen Viertelstunde; welche Anlagen ab wann betroffen sind, ist nach Inbetriebnahme-Jahrgang gestaffelt. Wie relevant das ist, zeigt unsere eigene ENTSO-E-Auswertung: 445 Negativpreis-Stunden in Deutschland im laufenden Jahr 2026, der Tiefstwert lag bei −500 EUR/MWh. In genau diesen Stunden ist eingespeister Strom für dich wertlos oder teuer — selbst verbrauchter Strom dagegen behält seinen Wert, weil er Netzbezug ersetzt. Die Rechnung, die du aufmachen musst, lautet also: Was ist in dieser Viertelstunde mehr wert — einspeisen oder selbst nutzen?

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Was in deiner Abrechnung stehen muss

Netzbedingte Abregelung ist entschädigungspflichtig: Die Ausfallarbeit wird in MWh ermittelt und mit einem Preisansatz vergütet — in Abrechnungen taucht sie als eigene Position auf, etwa als „Vergütung für unterbliebene Stromerzeugung aufgrund von Abregelung“ mit MWh × EUR/MWh. Marktbedingte Abregelung wegen negativer Preise ist etwas anderes: Hier fällt schlicht die EEG-Vergütung weg, und ob dein Direktvermarkter dafür einen Ausgleich zahlt, steht nur im Vertrag. In unseren Ertragsauswertungen führen wir §51-Abregelung deshalb als eigene Spalte in MWh und EUR — getrennt von Redispatch-Entschädigungen.

So prüfst du deinen eigenen Fall

Nimm dir drei Dinge vor: die letzte Abrechnung deines Direktvermarkters oder EEG-Auszahlers und suche die Abregelungs-Positionen; deine Redispatch-Meldungen des Netzbetreibers und rechne die gemeldeten Ausfallmengen gegen die Gutschriften; und den Lastgang deines Zählers, um zu sehen, ob während der Abregelungen Netzbezug entstanden ist — das wäre der Hinweis, dass auch dein Eigenverbrauch mit abgeschaltet wurde. Was in keiner dieser Quellen als Entschädigung auftaucht, ist der Betrag, über den du mit deinem Vertragspartner reden solltest.

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Häufige Fragen

Was bedeutet Photovoltaik Abregelung?

Abregelung bedeutet, dass die Wirkleistung einer PV-Anlage nach unten begrenzt wird, obwohl die Sonne mehr Energie liefern würde. Der dadurch nicht erzeugte Strom wird als Ausfallarbeit in MWh bezeichnet.

Warum wird eine PV-Anlage abgeregelt?

Es gibt drei Gründe: netzbedingt durch den Netzbetreiber (Redispatch 2.0), marktbedingt bei negativen Börsenpreisen durch den Direktvermarkter oder anlagenbedingt durch eine im Wechselrichter hinterlegte Einspeisegrenze.

Wie wirkt sich die Abregelung am Einspeisepunkt auf den Eigenverbrauch aus?

Bei einer Begrenzung am Netzanschlusspunkt läuft der Eigenverbrauch in der Regel weiter. Nur wenn die Anlage per Fernsteuerung ganz auf null gefahren oder der Wechselrichter komplett abgeschaltet wird, fehlt auch der Eigenstrom.

Wie werden verschiedene Arten der Abregelung abgerechnet?

Netzbedingte Abregelung ist entschädigungspflichtig und wird als Ausfallarbeit in MWh vergütet. Marktbedingte Abregelung wegen negativer Preise führt zum Wegfall der EEG-Vergütung, wobei ein Ausgleich durch den Direktvermarkter vertraglich geregelt ist.

Was passiert bei negativen Börsenpreisen und §51 EEG?

Bei negativen Börsenpreisen entfällt die EEG-Vergütung ab der ersten betroffenen Viertelstunde. Selbst verbrauchter Strom behält in diesen Zeiträumen seinen Wert, da er den Netzbezug ersetzt.

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