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Day-Ahead-Markt: So entsteht dein Strompreis

Stromfee Redaktion · 5. Juli 2026
Day-Ahead-Markt: So entsteht dein Strompreis
Technik & Blindleistung — Stromfee (KI-Bild)

Der Day-Ahead-Markt ist die Strombörse für den nächsten Tag: Käufer und Verkäufer geben bis zum Mittag ihre Gebote ab, und für jede der 24 Stunden entsteht ein eigener Preis. Wie dieser Preis zustande kommt und was er mit deiner Rechnung zu tun hat, liest du hier.

Was der Day-Ahead-Markt ist — in einem Satz

Der Day-Ahead-Markt (Spotmarkt) ist die Auktion an der Strombörse, in der Strom für die einzelnen Stunden des Folgetags gehandelt wird. Die Gebote werden bis zum Mittag des Vortags abgegeben, danach berechnet die Börse für jede Lieferstunde einen einheitlichen Preis in Euro pro Megawattstunde (EUR/MWh). Ergebnis: 24 Stundenpreise (bzw. Viertelstundenwerte im kontinuierlichen Handel) für den nächsten Tag — bekannt, bevor der Strom überhaupt fließt.

Day-Ahead-Markt: So entsteht dein Strompreis
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So entsteht der Preis: Merit-Order in vier Schritten

1) Alle Erzeuger bieten ihre Strommengen zu ihren Grenzkosten an — Wind und Solar nahe null, dann Kernkraft/Braunkohle, dann Steinkohle, dann Gas. 2) Alle Käufer (Versorger, Industrie, Händler) melden ihren Bedarf. 3) Die Börse sortiert die Angebote von billig nach teuer und geht die Liste hoch, bis die Nachfrage gedeckt ist. 4) Das letzte, teuerste noch benötigte Kraftwerk setzt den Preis — und den bekommen alle. Das ist das Einheitspreis-Prinzip: Deshalb macht oft das Gaskraftwerk den Preis, obwohl viel billiger Wind im Netz ist.

Day-Ahead-Markt: So entsteht dein Strompreis
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Warum der Preis stündlich schwankt — und manchmal negativ wird

Die Merit-Order sieht in jeder Stunde anders aus: Viel Wind und Sonne bei wenig Verbrauch schieben die teuren Kraftwerke aus dem Markt, der Preis fällt. Flaute am Winterabend zieht Gaskraftwerke in den Markt, der Preis steigt. Wird mehr eingespeist als gebraucht und lässt sich die Erzeugung nicht schnell drosseln, rutscht der Preis unter null: Erzeuger zahlen dann dafür, einspeisen zu dürfen. In Deutschland haben wir 2026 bis jetzt 423 Negativpreis-Stunden gezählt, der Tiefstwert lag bei −500 EUR/MWh (eigene Auswertung der ENTSO-E-Daten).

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Was das mit deiner Stromrechnung zu tun hat

Im klassischen Festpreistarif siehst du den Börsenpreis nicht direkt — dein Versorger kauft im Voraus ein und mischt Beschaffungspreise über Monate. Der Börsenpreis wirkt deshalb verzögert, über den Beschaffungsanteil deines Tarifs. Nur der Energieanteil hängt am Markt; Netzentgelte, Messstellenbetrieb, Steuern und Abgaben laufen unabhängig davon. Deshalb sinkt deine Rechnung nicht sofort, wenn an der Börse gerade ein Negativpreis steht.

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Wann du den Day-Ahead-Preis direkt bezahlst

Bei einem dynamischen Tarif wird der Day-Ahead-Stundenpreis auf deine Verbrauchsstunden umgelegt — plus Aufschläge, Netzentgelte, Steuern und Abgaben. Voraussetzung ist ein intelligentes Messsystem (iMSys), das viertelstündlich misst. Das lohnt sich, wenn du Verbrauch wirklich verschieben kannst: Wärmepumpe, E-Auto-Ladung, Speicher, Waschen und Trocknen. Ohne verschiebbaren Verbrauch bringt der dynamische Tarif wenig — du bezahlst dann einfach die Schwankung mit.

Wie du die Preise für morgen selbst nachschaust

Die Day-Ahead-Preise für den Folgetag stehen ab dem frühen Nachmittag fest und sind öffentlich einsehbar — unter anderem über die ENTSO-E-Transparenzplattform und die SMARD-Plattform der Bundesnetzagentur. Schau dir dort nicht nur den Tagesdurchschnitt an, sondern die Stundenkurve: Interessant sind die Mittagsstunden (Solar drückt den Preis) und die Abendspitze zwischen etwa 17 und 20 Uhr. Wer Lasten verschiebt, plant genau entlang dieser Kurve.

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Häufige Fragen

Was ist der Day-Ahead-Markt?

Der Day-Ahead-Markt (Spotmarkt) ist die Auktion an der Strombörse, bei der Strom für die einzelnen Stunden des Folgetags gehandelt wird. Die Gebote werden bis zum Mittag des Vortags abgegeben, woraufhin die Börse für jede Stunde einen einheitlichen Preis in Euro pro Megawattstunde (EUR/MWh) berechnet.

Wie wird der Day-Ahead-Preis ermittelt?

Der Preis wird über das Merit-Order-Prinzip bestimmt, bei dem die Angebote aller Erzeuger nach ihren Grenzkosten von günstig nach teuer sortiert werden. Der Preis für eine Stunde wird durch das letzte, teuerste Kraftwerk festgelegt, das noch benötigt wird, um die gesamte Nachfrage zu decken.

Warum schwankt der Day-Ahead-Preis und kann negativ sein?

Die Preise schwanken je nach Anteil von Erneuerbaren Energien und dem aktuellen Verbrauch; bei hoher Einspeisung und geringem Bedarf sinkt der Preis, während Flaute oder hoher Bedarf die Preise steigen lassen. Wenn mehr Strom eingespeist wird als benötigt und die Erzeugung nicht gedrosselt werden kann, rutscht der Preis unter Null.

Wie wirkt sich der Day-Ahead-Preis auf meine Stromrechnung aus?

Bei einem klassischen Festpreistarif wirkt sich der Börsenpreis verzögert über den Beschaffungsanteil aus, während Netzentgelte und Steuern unabhängig davon bleiben. Bei einem dynamischen Tarif wird der Day-Ahead-Stundenpreis direkt auf die Verbrauchsstunden umgelegt.

Wo kann ich die Day-Ahead-Preise für den Folgetag einsehen?

Die Preise stehen ab dem frühen Nachmittag fest und sind öffentlich über Plattformen wie der ENTSO-E-Transparenzplattform oder der SMARD-Plattform der Bundesnetzagentur einsehbar.

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