Gasspeicher-Dashboard: Füllstände live sehen

Die aktuellen Füllstände der Gasspeicher kannst du kostenlos in öffentlichen Dashboards ablesen – für ganz Europa, für Deutschland und für einzelne Speicheranlagen. Sie werden werktäglich aktualisiert und stammen direkt von den Speicherbetreibern.
Die zentrale, kostenlose Quelle ist das AGSI+-Dashboard von Gas Infrastructure Europe (agsi.gie.eu). Dort wählst du oben das Land – z. B. Germany – und siehst den Gesamt-Füllstand in Prozent sowie die eingespeicherte Menge in TWh. Ein Klick auf das Land öffnet die Liste aller einzelnen Speicheranlagen mit deren jeweiligem Füllstand. Die Daten werden einmal täglich aktualisiert und zeigen den Stand des Vortags.

Für Deutschland liefern die Speicherbetreiber ihre Werte an AGSI+; das Gleiche Portal listet Anlagen wie Rehden, Etzel oder Bad Lauchstädt einzeln auf. Ergänzend veröffentlicht die Bundesnetzagentur regelmäßig eine Einordnung der nationalen Speicherstände. Wichtig: Es gibt kein sekundengenaues Live-Signal – Gasspeicher-Daten sind Tageswerte (D+1), keine Echtzeit-Telemetrie wie bei einem Strom-Lastgang.

Der Füllstand in Prozent bezieht sich auf die maximale Arbeitsgasmenge des Speichers. 100 % heißt: voll gefüllt; im Winter sinkt der Wert durch Ausspeicherung, im Sommer steigt er durch Einspeicherung. Der Verlauf über das Jahr ist der eigentlich interessante Teil – die meisten Dashboards zeigen dir deshalb eine Kurve über die letzten Monate und Vorjahre zum Vergleich.

Im AGSI+-Dashboard kannst du den Zeitraum umstellen und mehrere Gasjahre übereinanderlegen. So erkennst du, ob die Speicher früher oder später als üblich gefüllt sind. Für eigene Auswertungen bietet GIE zusätzlich einen kostenlosen API-Zugang und CSV-Downloads an, mit denen du die Füllstände in eine eigene Tabelle oder ein eigenes Dashboard ziehen kannst.

In Deutschland gibt es gesetzliche Mindest-Füllstände für Stichtage im Herbst und Winter (Gasspeichergesetz, verankert im Energiewirtschaftsgesetz). Die konkreten Zielwerte und Stichtage wurden mehrfach angepasst – prüfe daher immer den aktuellen Stand bei Bundesnetzagentur oder Trading Hub Europe, statt dich auf eine feste Jahreszahl zu verlassen.
Niedrige Speicherstände treiben die Beschaffungskosten für Gas nach oben – das schlägt zeitversetzt auf den Arbeitspreis deiner Gasrechnung durch. Zusätzlich taucht der Speicherbetrieb direkt als Umlage auf: Die von Trading Hub Europe erhobene Gasspeicherumlage wird je kWh berechnet und erscheint als eigener Posten bzw. eingerechnet im Arbeitspreis. Wenn du deine Rechnung prüfst, findest du sie unter den Netz- und Umlagebestandteilen – ihre Höhe wird periodisch neu festgesetzt.
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