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Was sind die aktuellen Netztransparenz-Marktwerte?

Stromfee Redaktion · 5. Juli 2026
Was sind die aktuellen Netztransparenz-Marktwerte?
Technik & Blindleistung — Stromfee (KI-Bild)

Der Marktwert ist ein rückwirkender Durchschnittspreis in ct/kWh, den die vier Übertragungsnetzbetreiber je Energieträger ermitteln und auf netztransparenz.de veröffentlichen — für den laufenden Monat existiert er noch gar nicht, weil er erst nach Monatsende aus den Börsenpreisen berechnet wird. Die für dich abrechnungsrelevante aktuelle Zahl steht deshalb nicht im Internet, sondern in deiner letzten Direktvermarktungs-Gutschrift: dort ist genau der Marktwert eingesetzt, mit dem deine Marktprämie gerechnet wurde.

Was du gerade wirklich suchst: den Marktwert des letzten abgerechneten Monats

„Aktuell" heißt beim Marktwert immer: der zuletzt abgeschlossene Kalendermonat. Solange ein Monat läuft, gibt es keinen Wert — die Börsenpreise, aus denen er gebildet wird, entstehen ja erst Stunde für Stunde. Nach Monatsende rechnen die Übertragungsnetzbetreiber und veröffentlichen die Werte im Lauf des Folgemonats. Praktisch bedeutet das: Wenn du heute jemanden nach dem aktuellen Marktwert fragst, hinkt jede Antwort dem Kalender um einige Wochen hinterher. Und weil du für deine Abrechnung ohnehin den Wert brauchst, der auf deiner Gutschrift verwendet wurde, ist deine eigene Monatsgutschrift die verlässlichere Quelle als jede Zahl aus zweiter Hand: Dort steht der Marktwert in ct/kWh, dein anzulegender Wert und die daraus gebildete Marktprämie in einer Zeile beisammen.

Was sind die aktuellen Netztransparenz-Marktwerte?
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Welcher Marktwert für deine Anlage gilt — es gibt nicht einen, sondern mehrere

Es wird nicht ein einziger Marktwert veröffentlicht, sondern eine Reihe technologiespezifischer Werte. Für Solar, Wind an Land und Wind auf See gibt es einen eigenen Monatsmarktwert je Energieträger. Für die steuerbaren erneuerbaren Technologien — Biomasse, Wasserkraft, Deponie-, Klär- und Grubengas, Geothermie — wird nach dem EEG stattdessen mit einem Jahresmarktwert gearbeitet. Prüf deshalb zuerst, in welche dieser Gruppen deine Anlage fällt, bevor du eine Zahl übernimmst. Der häufigste Griff daneben: Auf einem Hof mit PV-Dach und Biogas-BHKW wird für beide Erzeuger derselbe Wert eingesetzt. Das ist systematisch falsch, weil Solaranlagen genau dann einspeisen, wenn viele andere Solaranlagen ebenfalls einspeisen — ihr Marktwert liegt darum typischerweise unter dem einfachen Börsen-Durchschnittspreis, während ein steuerbarer Erzeuger ein völlig anderes Erlösprofil hat.

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So rechnest du die Zahl in einer Minute selbst nach

Die Rechnung ist eine Subtraktion. Marktprämie = anzulegender Wert − Marktwert des Monats, gedeckelt bei null: Liegt der Marktwert über deinem anzulegenden Wert, gibt es keine negative Prämie, sondern gar keine Prämie. Deine Gutschrift besteht dann aus zwei Bausteinen: dem Erlös, den dein Direktvermarkter tatsächlich am Markt für deinen Strom erzielt hat, plus der Marktprämie aus dieser Subtraktion. Nimm also die drei Zahlen von deiner Gutschrift — anzulegender Wert in ct/kWh, Marktwert in ct/kWh, eingespeiste Menge in kWh — und rechne selbst: (AW − MW) × kWh. Kommt dein Ergebnis auf den Cent an die ausgewiesene Prämienposition heran, stimmt die Systematik. Weicht es ab, liegt der Fehler in einer der drei Eingangszahlen — und dann lohnt sich die Prüfung im nächsten Abschnitt.

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Wo der Marktwert auf deiner Stromabrechnung auftaucht — und wo er schiefgeht

Der Marktwert ist keine Theorie, er ist eine Zeile mit Geldwirkung. Fünf Fehler tauchen immer wieder auf. Erstens der falsche Energieträger: Für die PV-Anlage wird der Wind- oder ein Mischwert gezogen. Zweitens der falsche Monat: Verwendet wird der Wert des Vormonats, weil der richtige zum Rechnungslauf noch nicht vorlag — das fällt nur auf, wenn du die Monatsangabe neben dem Wert liest. Drittens Monats- statt Jahresmarktwert bei Biomasse oder Wasserkraft. Viertens die Stunden mit negativen Day-Ahead-Preisen: Nach § 51 EEG entfällt in diesen Stunden für Anlagen im Anwendungsbereich der Anspruch auf Förderung — wird das gar nicht oder doppelt berücksichtigt, verschiebt sich die Prämie spürbar. Fünftens die Menge: Der Marktwert wird auf die kWh angewendet, die aus deinem Messkonzept kommen — bei Wandlermessung mit falschem Faktor, bei Eigenverbrauch, der nicht sauber abgegrenzt ist, oder bei einem Zählpunkt, der zwei Erzeuger zusammenfasst, ist die Prämie schon vor der Multiplikation falsch.

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Was den Marktwert nach oben und unten zieht

Der Marktwert ist der mit dem Einspeiseprofil des jeweiligen Energieträgers gewichtete Durchschnitt der Day-Ahead-Stundenpreise für die Gebotszone Deutschland/Luxemburg. Zwei Dinge folgen daraus. Erstens: Nicht dein Ertrag entscheidet, sondern der Ertrag aller Anlagen deines Typs zusammen — ein sonniger Monat mit hoher gleichzeitiger Solareinspeisung drückt die Mittagspreise und damit den Solar-Marktwert, obwohl du selbst viel produziert hast. Zweitens: Ein niedriger Marktwert ist für Anlagen in der Marktprämie nicht automatisch schlecht, weil die Prämie als Differenz zum anzulegenden Wert gegenläufig steigt. Für Anlagen in der sonstigen Direktvermarktung ohne EEG-Zahlung gibt es diesen Ausgleich nicht — dort schlägt der Marktwert eins zu eins durch.

Monats-Check: fünf Punkte, die du an jeder Gutschrift prüfst

Erstens: Steht neben dem Marktwert der Monat, für den er gilt, und ist das der Abrechnungsmonat? Zweitens: Passt der Energieträger zu der Anlage, um die es in dieser Position geht? Drittens: Ergibt (anzulegender Wert − Marktwert) × abgerechnete kWh die ausgewiesene Marktprämie? Viertens: Stimmt die kWh-Menge mit deinem eigenen Zählerstand beziehungsweise deinem Lastgang überein, und zwar für denselben Zählpunkt? Fünftens: Sind Stunden mit negativen Preisen nachvollziehbar behandelt — als eigene Position oder als reduzierte Menge? Wenn ein Übertragungsnetzbetreiber einen Marktwert nachträglich korrigiert, muss dein Abrechner die betroffenen Monate nachziehen; frag danach, wenn du in einer späteren Gutschrift eine Korrekturzeile ohne Erklärung findest.

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