Synchrongenerator einfach erklärt – in 5 Minuten

Ein Synchrongenerator wandelt Drehbewegung in Wechselstrom um, und zwar mit einer Drehzahl, die starr an die Netzfrequenz gekoppelt ist. Genau das steckt im Namen: Der Läufer dreht sich synchron zum Drehfeld – nicht schneller, nicht langsamer.
Im Läufer (Rotor) sitzt ein Magnetfeld, das durch Gleichstrom erzeugt wird – das nennt man Erregung. Wird dieser Läufer von einer Turbine, einem Gasmotor oder einem Wasserrad gedreht, induziert das mitwandernde Feld in den Wicklungen des Ständers (Stator) eine Wechselspannung. Weil das Feld fest am Läufer klebt, entsteht genau eine Netzperiode pro Umdrehung eines Polpaares: Drehzahl und Frequenz sind damit unlösbar aneinandergekettet.

n = 60 · f / p — mit n = Drehzahl in Umdrehungen pro Minute, f = Frequenz in Hertz, p = Polpaarzahl. Bei 50 Hz heißt das: ein Polpaar (2-polig) → 3.000 min⁻¹, zwei Polpaare (4-polig) → 1.500 min⁻¹, drei Polpaare (6-polig) → 1.000 min⁻¹. Ein BHKW-Generator mit 1.500 min⁻¹ auf dem Typenschild ist also vierpolig – du kannst die Polzahl aus der Drehzahl zurückrechnen, ohne das Gehäuse zu öffnen.

Das ist der Punkt, an dem die meisten hängen bleiben. Am Netz kannst du die Drehzahl nicht mehr verändern – die gibt das Netz vor. Mehr Antriebsmoment (mehr Gas, mehr Dampf) fließt deshalb nicht in Drehzahl, sondern in Wirkleistung P in kW. Mehr Erregerstrom dagegen verändert die Wirkleistung praktisch nicht, sondern die Blindleistung Q in var und damit den cos φ. Wirkleistung über den Antrieb, Blindleistung über die Erregung – zwei Hebel, zwei getrennte Wirkungen.

Anders als ein Asynchrongenerator erzeugt der Synchrongenerator seine Spannung selbst. Vor dem Zuschalten müssen deshalb vier Größen zum Netz passen: Spannungshöhe, Frequenz, Phasenlage und Phasenfolge (Drehfeldrichtung). Passt die Phasenlage nicht, gibt es im Zuschaltmoment einen Stromstoß, der Kupplung, Welle und Wicklung mechanisch belastet. Deshalb übernimmt das nicht der Mensch am Schalter, sondern ein Synchronisiergerät, das die Freigabe erst erteilt, wenn alle vier Bedingungen gleichzeitig im Fenster liegen.

Der Asynchrongenerator holt sich seine Magnetisierung aus dem Netz. Er ist billiger und braucht keine Erregung, kann aber weder Blindleistung liefern noch ohne Netz laufen. Der Synchrongenerator bringt sein Feld selbst mit: Er kann den cos φ stellen, Blindleistung ins Netz geben und im Inselbetrieb ein eigenes Netz aufspannen. Deshalb findest du ihn überall dort, wo Leistung gestellt oder Versorgung ohne Netz aufrechterhalten werden soll – Kraftwerke, größere BHKW, Notstromaggregate.
Drehzahl folgt der Frequenz (n = 60·f/p). Gas macht kW, Erregung macht var. Zuschalten nur mit vier erfüllten Bedingungen. Und: Die Zahl auf dem Typenschild ist Scheinleistung in kVA, nicht Wirkleistung – wie viel kW davon übrig bleiben, sagt dir der cos φ auf demselben Schild.
- Warum fast jede Stromabrechnung 2026 falsch ist
- Blind- & Scheinleistung auf der Rechnung
- Lohnt sich ein Batteriespeicher (BESS)?
- Negative Strompreise 2026 automatisch abregeln
- Lastspitzen vermeiden (Flex)
- §51-Schaden berechnen