kVA bei Strom: Was es bedeutet und wie du es berechnest

kVA (Kilovoltampere) ist die Einheit der Scheinleistung S – also der Leistung, die dein Netz tatsächlich transportieren muss. Hier erfährst du, was kVA genau meint und wie du den Wert in wenigen Schritten selbst ausrechnest.
kVA steht für Kilovoltampere und ist die Einheit der Scheinleistung S. Die Scheinleistung ist das Produkt aus Spannung und Strom (S = U · I) und setzt sich aus zwei Teilen zusammen: der Wirkleistung P in kW (die tatsächlich Arbeit leistet, z. B. Wärme, Bewegung, Licht) und der Blindleistung Q in kvar (die zwischen Netz und Verbraucher hin- und herpendelt). Es gilt S² = P² + Q². Trafo, Generator, USV und Kabel werden in kVA angegeben, weil sie den vollen Strom führen müssen – auch den Blindanteil, der keine kWh erzeugt.

Einphasig (Wechselstrom): S = U · I. Beispiel: 230 V · 20 A = 4.600 VA = 4,6 kVA. Dreiphasig (Drehstrom): S = √3 · U · I mit U als Außenleiterspannung (400 V). Beispiel: √3 · 400 V · 100 A ≈ 69.282 VA ≈ 69,3 kVA. Kennst du Wirkleistung und Leistungsfaktor, rechnest du: S = P / cos φ. Beispiel: 8 kW / 0,8 = 10 kVA.

kW und kVA sind nicht dasselbe. Umrechnung: kW = kVA · cos φ. Der Leistungsfaktor cos φ liegt zwischen 0 und 1 und sagt, welcher Anteil der Scheinleistung echte Wirkleistung ist. Bei cos φ = 0,8 liefert ein 10-kVA-Anschluss nur 8 kW nutzbare Leistung. Nur bei rein ohmscher Last (Heizstab, Glühlampe) ist cos φ = 1 und kVA = kW. Zurück gilt: kVA = kW / cos φ.

Sobald Motoren, Trafos, Wechselrichter oder Vorschaltgeräte im Spiel sind, entsteht Blindleistung. Dadurch fließt mehr Strom, als die reine Wirkleistung erfordern würde – die Scheinleistung in kVA steigt über die kW. Bei cos φ = 0,7 fließt fast so viel Blind- wie Wirkleistung. Deshalb müssen Anschluss, Kabel und Sicherung nach kVA (nach dem tatsächlichen Strom) ausgelegt werden, nicht nach kW.

Auf dem Typenschild von Trafos, Generatoren, USV-Anlagen und Wechselrichtern steht die Nennleistung in kVA, weil der Hersteller den maximalen Strom garantiert – unabhängig vom Leistungsfaktor deiner Last. Auch beim Netzanschluss und beim Leistungspreis größerer Gewerbe-Verträge wird oft die Scheinleistung in kVA zugrunde gelegt. Ein schlechter cos φ (unter 0,9) bedeutet: Du brauchst mehr kVA für dieselben nutzbaren kW – und kannst mit Blindleistungskompensation gegensteuern.
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