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Netzdrossel am Frequenzumrichter: Brauchst du eine?

Stromfee Redaktion · 5. Juli 2026
Netzdrossel am Frequenzumrichter: Brauchst du eine?
Energie — Stromfee (KI-Bild, themenspezifisch)

Eine Netzdrossel ist eine Eingangsdrossel, die zwischen Netz und Frequenzumrichter sitzt und den Strom glättet. Hier erfährst du, was sie genau macht und in welchen Fällen sie sich für dich lohnt.

Was eine Netzdrossel am Frequenzumrichter macht

Die Netzdrossel (auch Kommutierungs- oder Eingangsdrossel) sitzt auf der Netzseite vor dem Umrichter. Sie ist im Kern eine Induktivität, die den pulsförmigen Ladestrom des Zwischenkreis-Kondensators begrenzt und glättet. Dadurch sinken die Stromspitzen, die dein Umrichter aus dem Netz zieht, und die Belastung von Gleichrichter und Kondensatoren geht zurück.

Der Hauptzweck: Oberschwingungen (THD) senken

Ohne Drossel zieht ein Umrichter stark verzerrten Strom mit hohem Oberschwingungsanteil (THDi). Eine Netzdrossel reduziert diese Netzrückwirkungen deutlich und hilft dir, Normen wie EN 61000-3-2 bzw. EN 61000-3-12 einzuhalten. Als Faustwert werden Drosseln typisch mit einer relativen Kurzschlussspannung (uk) von rund 2 % oder 4 % ausgelegt – 4 % wirkt stärker gegen Oberschwingungen.

Wann du eine Netzdrossel brauchst

Prüf eine Netzdrossel, wenn: der Umrichter an einem schwachen Netz mit hoher Impedanz hängt, mehrere Umrichter an derselben Einspeisung laufen, du Oberschwingungs-Grenzwerte einhalten musst, oder wenn Netzspannungsspitzen den Umrichter belasten. Bei kleinen Antrieben an einem stabilen Netz ist sie oft verzichtbar – viele Hersteller nennen konkrete Empfehlungen in der Doku deines Geräts.

Netzdrossel ist nicht gleich Motordrossel

Verwechsle die Netzdrossel (Eingangsseite, gegen Netzrückwirkungen) nicht mit der Motor- bzw. Ausgangsdrossel. Die Motordrossel sitzt zwischen Umrichter und Motor und dämpft die steilen Schaltflanken (dv/dt) sowie kapazitive Ströme bei langen Motorkabeln. Wenn du lange Kabel oder Isolationsprobleme am Motor hast, brauchst du eher eine Motordrossel – nicht die Netzdrossel.

Richtig auslegen: worauf es ankommt

Die Drossel muss zum Bemessungsstrom und zur Netzspannung deines Umrichters passen. Wähl uk je nach Ziel: ~2 % für Basisschutz, ~4 % für stärkere Oberschwingungsreduktion. Achte auf Erwärmung und ausreichende Belüftung im Schaltschrank. Im Zweifel richtest du dich nach der Zubehörliste des Umrichterherstellers – dort ist die passende Drossel meist typgenau angegeben.

Alternativen zur einfachen Netzdrossel

Reicht eine Netzdrossel nicht, gibt es Stufen darüber: aktive Netzfilter (Active Front End) für sehr niedrige THD und Rückspeisefähigkeit, oder passive Oberschwingungsfilter. Für die reine Grund-Entstörung und Umrichter-Schonung ist die Netzdrossel aber die kostengünstigste und robusteste Lösung.

🎬 Spannung im System

→ Passend dazu: frequenzumrichter netzfilter nötig

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Ausgangsdrossel am Frequenzumrichter: Was sie macht und ob du eine brauchst

Eine Ausgangsdrossel (auch Motordrossel oder du/dt-Drossel) sitzt zwischen dem Ausgang des Frequenzumrichters und dem Motor — anders als die Netzdrossel, die auf der Netz-/Eingangsseite liegt. Der Umrichter erzeugt seine Spannung durch schnelles Takten (PWM), wodurch am Ausgang sehr steile Spannungsflanken entstehen. Auf der Motorleitung führen diese steilen Flanken zu Umladeströmen, zu Spannungsüberhöhungen (Reflexionen) an den Motorklemmen und zu Lagerströmen. Genau hier greift die Ausgangsdrossel: Sie flacht die Spannungsanstiege ab, begrenzt die kapazitiven Umladeströme der Leitung und entlastet so die Motorwicklung, die Lager und die Endstufe des Umrichters.

Ob du eine brauchst, hängt vor allem an der Motorleitung und am Motor: Ja, sinnvoll ist eine Ausgangsdrossel bei langen Motorleitungen (je länger und je mehr parallele Adern/Schirm, desto kritischer die Reflexionen), bei älteren Motoren ohne umrichterfeste Wicklungsisolation, sowie wenn du Lagerströme, Fehlerstromauslösungen oder EMV-Probleme reduzieren willst. Nein bzw. nicht zwingend, wenn Umrichter und Motor direkt beieinander sitzen (kurze Leitung), du einen umrichtergeeigneten Motor mit verstärkter Isolation einsetzt und keine EMV-/Lagerstrom-Auffälligkeiten hast. Prüfe zuerst die Grenzlänge der Motorleitung in der Umrichter-Anleitung — überschreitest du sie, gehört eine Drossel dran. Reicht die du/dt-Glättung nicht (sehr lange Leitungen, empfindliche Motoren), ist statt der einfachen Ausgangsdrossel ein Sinusfilter die Wahl, weil es die Spannung zu einer nahezu sinusförmigen Kurve glättet. Für die passende Auslegung immer die Herstellerangaben zu Leitungslänge, Taktfrequenz und Motorleistung heranziehen.

Ausgangsdrossel am Frequenzumrichter: Was sie tut — und wann du eine brauchst

Die Ausgangsdrossel (auch Motordrossel genannt) sitzt am Ausgang des Frequenzumrichters, zwischen Umrichter und Motorkabel — nicht auf der Netzseite. Ein Frequenzumrichter gibt keine Sinusspannung aus, sondern getaktete Rechteckimpulse mit sehr steilen Spannungsflanken. Diese Flanken laden über die Kabelkapazität bei jedem Takt Ströme um, und je länger und je stärker geschirmt das Motorkabel ist, desto größer werden diese Umladeströme. Genau hier greift die Ausgangsdrossel ein: Sie verlangsamt die Flankensteilheit (du/dt) und begrenzt die Stromspitzen, die der Umrichter treiben muss. Zwei Abgrenzungen musst du dabei sauber halten, sonst kaufst du das falsche Bauteil: Eine Ausgangsdrossel macht aus dem getakteten Signal keine Sinusspannung — das leistet nur ein Sinusfilter. Und sie tut nichts gegen Oberschwingungen im Netzstrom vor dem Umrichter — dafür ist die Netzdrossel zuständig. Ausgangsdrossel heißt: Flanken dämpfen, Motorseite entlasten.

Ob du eine brauchst, entscheidest du an vier Punkten, nicht am Bauchgefühl. Erstens die Kabellänge zwischen Umrichter und Motor: Jeder Umrichter-Hersteller nennt in Handbuch oder Datenblatt eine zulässige Motorkabellänge — mit und ohne Ausgangsdrossel, getrennt für geschirmt und ungeschirmt. Diese Grenze ist gerätespezifisch, du liest sie nach und schätzt sie nicht. Zweitens der Motor: Ist sein Isolationssystem für Umrichterbetrieb ausgelegt (Angabe nach IEC 60034-25 beziehungsweise IEC 60034-18-41 im Datenblatt)? Ein alter Bestandsmotor ohne diese Angabe ist der klassische Kandidat für eine Drossel. Drittens die Symptome im Betrieb: sporadische Überstrom- oder Erdschluss-Abschaltungen des Umrichters ohne mechanische Ursache, auslösende Fehlerstromschutzschalter, auffällig warmes Motorkabel, wiederkehrende Wicklungsschäden oder Lagerschäden nach kurzer Betriebszeit. Viertens der Kabeltyp: Ein geschirmtes Kabel bringt mehr Kapazität mit als ein ungeschirmtes gleicher Länge. Ja zur Ausgangsdrossel, wenn du über der Kabellängengrenze des Herstellers liegst oder der Motor nicht ausdrücklich umrichterfest ist — oder wenn die genannten Symptome auftreten. Nein, wenn das Kabel kurz ist, der Motor umrichtertauglich ist und der Antrieb störungsfrei läuft: Dann bringt die Drossel nur zusätzliche Eigenverluste, die als Wirkarbeit in deinem Zähler landen, plus einen Spannungsfall über der Drossel. Nein auch dann, wenn dein Problem eigentlich netzseitig liegt (dann Netzdrossel) oder wenn du echte Sinusspannung am Motor brauchst (dann Sinusfilter). Erst das Symptom und das Datenblatt lesen, dann das Bauteil auswählen.

Häufige Fragen

Wann brauche ich eine Netzdrossel am Frequenzumrichter?
Eine Netzdrossel ist notwendig, wenn der Umrichter an einem schwachen Netz mit hoher Impedanz hängt, mehrere Umrichter an derselben Einspeisung laufen oder Oberschwingungs-Grenzwerte eingehalten werden müssen. Sie dient zudem zum Schutz des Umrichters vor Netzspannungsspitzen. Bei kleinen Antrieben an einem stabilen Netz kann sie oft verzichtbar sein.
uk 2 % oder 4 % — welche Netzdrossel ist richtig?
Die Wahl hängt von den spezifischen Anforderungen an die Netzqualität ab: uk 2 % ist der übliche Standard, während uk 4 % bei strengen Netzanforderungen (EN 61000-3-2/-12) eingesetzt wird. Eine Drossel mit uk 4 % reduziert die Oberschwingungen stärker als eine mit uk 2 %, verursacht jedoch einen etwas höheren Spannungsfall.
Netzdrossel oder Motordrossel — was ist der Unterschied?
Der Hauptunterschied liegt in der Position und dem Einsatzzweck: Die Netzdrossel sitzt auf der Netzseite (Eingang) vor dem Umrichter, um Netzrückwirkungen und Oberschwingungen zu begrenzen. Die Motordrossel (Ausgangsdrossel) ist motorseitig platziert und dient dem Schutz gegen Spannungssteilheit (du/dt) bei langen Motorleitungen.

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